»... meine besten Schüler sind meistens Juden.«
»Jüdische« Orientalisten, europäisches Judentum und Antisemitismus bei Theodor Nöldeke (1836–1930)
Herausgegeben von Thomas Brechenmacher, Christoph Schulte
Potsdamer Jüdische Studien [11]
Gebunden, 352 Seiten, 17 x 24 cm, ca. 10 Abbildungen
ISBN 978-3-95410-338-6
noch nicht erschienen
1. Auflage, erscheint am 8. April 2025
Theodor Nöldeke war einer der bekanntesten und einflussreichsten Orientalisten im Kaiserreich und weit darüber hinaus. Seine Haltung zu Nation, Religion und Wissenschaft bot vielen jüdischen Wissenschaftlern die Chance, sich aufgrund ihrer Leistungen einen Platz in der Gelehrtenwelt zu sichern. Die erhaltenen Briefe seiner vor allem jüdischen Korrespondenten geben einen Einblick in deren Lebenswelt, Karrierewege aber auch Herausforderungen und bieten so einen Beitrag zur deutsch-jüdischen Geschichte. Neben bekannten Größen wie Abraham Geiger kommen Gelehrte zu Wort, die z. T. ganz vergessen wurden, wie etwa der Breslauer Professor Siegmund Fraenkel. Neben diesem wissenschaftsgeschichtlich weitestgehend unberücksichtigten Handeln und Wirken Nöldekes für jüdische Gelehrte, wird ein weiterer Aspekt beleuchtet: Sein Auftreten im außerwissenschaftlichen, öffentlichen Rahmen. Wie unterschiedlich dies vor allem außerhalb der Wissenschaftswelt wahrgenommen wurde und wie wichtig es für uns heute ist, beide Seiten zusammenzubringen, zeigt dieses Buch.
Johanna M. Nanko
Johanna Maria Nanko, Dr. phil., geb. 1986, studierte in Tübingen Religionswissenschaft, Islamwissenschaft sowie Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients. Nach ihrem Magisterabschluss promovierte sie an der Professur für deutsch-jüdische Geschichte der Universität Potsdam mit einer Forderung durch das Zentrum jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Heute arbeitet sie bei der Agentur für Arbeit im Bereich Rekrutierung internationaler Arbeits- und Fachkräfte.
Thomas Brechenmacher
Thomas Brechenmacher, geboren 1964, studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie in München. 1995–2003 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter am Historischen Institut der Universität der Bundeswehr beschäftigt; anschließend Lehr- und Forschungstätigkeit am Deutschen Historischen Institut in Rom und an der Universität Passau. Seit 2007 ist Thomas Brechenmacher Inhaber der Professur für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Potsdam.